Ralph Knebel - die "Anti-Diva" unter den Sterneköchen
Ralph Knebel mit interessanten Insights in seine Philosophie, seine Ambitionen und was ihn jeden Tag antreibt.
Seit vielen Jahren steht der Name Ralph Knebel für große Küche im Hotel Erbprinz in Ettlingen. Der Küchenchef des Gourmetrestaurants hält seinen Michelin-Stern seit 2012 – und gehört damit zu den konstantesten Spitzenköchen Deutschlands. Doch wer ihn persönlich erlebt, merkt schnell: Hinter der präzisen Sterneküche steht kein lauter Star, sondern ein ruhiger, konzentrierter Mensch. Ralph Knebel gilt als „Anti-Diva“ unter den Sterneköchen – jemand, der lieber mit Aromen spricht als mit großen Worten.
Seine Menüs wirken oft wie kleine Kompositionen. Mit sicherem Gespür kombiniert er Zutaten, ohne Effekthascherei oder unnötige Komplexität. Präzision, Kreativität und Leichtigkeit gehen dabei Hand in Hand. Trotz aller Auszeichnungen ist ihm besonders eines wichtig geblieben: das Weitergeben von Wissen. Als Küchenchef fördert er ganz selbstverständlich und ohne großes Aufheben mit Geduld und Bescheidenheit den Nachwuchs. Unter seiner Anleitung sind zahlreiche Talente gewachsen, die heute selbst zur Spitze der deutschen Gastronomie gehören – etwa Niclas Nussbaumer, der bereits zwei Michelin-Sterne erkocht hat.
Der Weg in die Küche begann früh. Schon als 13-Jähriger wusste Ralph Knebel, dass er Koch werden wollte. Die Grundlagen bekam er nicht in einer Profiküche vermittelt, sondern zu Hause – von seiner Familie. Auch ohne gastronomischen Hintergrund wurde dort mit Leidenschaft gekocht, und diese Begeisterung hat ihn geprägt.
Ausgebildet wurde er unter anderem bei Dieter Kaufmann im Restaurant Traube in Grevenbroich. Besonders prägend war die Zeit bei seinem großen Mentor Alfred Friedrich im Restaurant Marcobrunn im Schloss Reinhartshausen im Rheingau. Weitere Stationen führten ihn nach München und ins Restaurant Windspiel im Schloss Hubertushöhe.
2008 kam Ralph Knebel schließlich in den Erbprinz – und blieb. Hier fand er die ideale Umgebung für seine Küche: die Nähe zum Elsass und zum Schwarzwald, die badische Genusskultur und zugleich eine Offenheit für internationale Einflüsse. Das Haus blickt auf eine große kulinarische Tradition zurück: Bereits unter Küchenchef Günter Wanka wurde hier früh ein Michelin-Stern erkocht. Viele - später berühmte Köche - arbeiteten im Erbprinz, darunter Lothar Eiermann, Hans Haas, Marc Haeberlin und Eckart Witzigmann.
2012 wurde Ralph Knebel erneut mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet – und verteidigt ihn seitdem mit einer Küche, die klassisch, puristisch und zugleich erstaunlich ideenreich ist.
Was ihn antreibt, beschreibt er schlicht: die tägliche Suche nach dem perfekten Geschmack.
Im Mittelpunkt seiner Küche steht immer das Produkt. Für Ralph Knebel ist die Jahreszeit kein Detail, sondern die eigentliche Grundlage der Gastronomie.
„Die Saison ist die DNA der Kochkunst“, sagt er. Aromen und Geschmack entstehen in der Natur – und genau dort beginnt für ihn jedes Menü. Erst wenn ein Produkt seine beste Zeit erreicht hat, kann daraus ein Gericht entstehen, das wirklich berührt.
Gleichzeitig sieht er den Begriff „Region“ pragmatisch. Eine Küche strikt auf wenige Kilometer Umkreis zu begrenzen, hält er für unrealistisch. Für kreative und abwechslungsreiche Menüs braucht es auch Offenheit – ganz im Sinne der badischen Küche, die seit jeher von Einflüssen aus dem Elsass und darüber hinaus lebt.
Typisch für Ralph Knebels Küche ist die besondere Rolle des Gemüses. Für ihn ist es niemals bloß Beilage. Gemüse kann die Hauptrolle spielen – und tut es oft auch.
Ein Gast formulierte es einmal treffend: „Eigentlich könnte man bei Ihnen nur das Gemüse essen.“ Für Knebel war das ein großes Kompliment, denn genau darum geht es ihm – das volle Aroma jedes Produkts herauszuarbeiten.
Besonders gern arbeitet er mit Fisch, Früchten und Gemüse. Gerade die vegetarische Küche empfindet er als kreative Herausforderung, die ihn inspiriert. Gleichzeitig bleibt er kritisch gegenüber Trends: Nicht jede Modeerscheinung entspricht seiner Vorstellung von echter Genusskultur.
Ein Abend im Gourmetrestaurant des Erbprinzen soll vor allem eines sein: entspannt. Trotz Michelin-Stern gibt es keine steifen Rituale und keine langen Vorträge über Zutaten.
Der Fokus liegt ganz auf dem Genuss. Die Menüs entwickeln sich ruhig und selbstverständlich – Gang für Gang.
Und zum Schluss wartet eine ganz persönliche Note: Das Dessert stammt meist aus der Hand seiner Frau Jasmina. Für viele Gäste ist dieser süße Abschluss einer der unvergesslichsten Momente des Abends.
Für Ralph Knebel ist der Michelin-Stern vor allem eines: Teamarbeit.
Er sieht ihn als Anerkennung für die Leistung der gesamten Küchenbrigade – und gleichzeitig als Motivation. Der Wunsch nach einem zweiten Stern wirkt für ihn wie ein positiver Druck.
Stillstand ist für ihn keine Option. „Zufriedenheit bedeutet Rückschritt“, sagt er. Genau dieser Anspruch prägt die tägliche Arbeit in seiner Küche.
Zu den besonderen Momenten seiner Laufbahn gehören Begegnungen mit einigen der bedeutendsten Köche Europas.
2012 durfte Ralph Knebel gemeinsam mit Eckart Witzigmann an der Genussuniversität von Carlo Petrini kochen. Auf dem Programm standen Kalbsbäckchen als Hauptgang – umgeben von Größen wie Marc Haeberlin, Ferran Adrià und anderen Spitzenköchen. Ein Erlebnis, das ihm bis heute präsent ist.
Auch später kreuzten sich die Wege von Knebel und Witzigmann immer wieder. Einmal kochten sie gemeinsam exklusiv für Prinz Charles auf dessen Anwesen in Hohenlohe. Gewünscht waren unter anderem Jasminas Grießknödel – doch ausgerechnet der Herd im Schloss erwies sich als zu leistungsschwach.
Eine andere Geschichte verbindet große Küche mit einem sehr persönlichen Moment: Am 19. März 2011 fand im Erbprinz ein Galadinner mit Eckart Witzigmann statt – begleitet von reichlich Champagner. Die Nacht endete auf dem Sofa. Am nächsten Morgen, noch etwas angeschlagen, wurde Ralph Knebel Vater seines Sohnes Paul.
Ein unvergesslicher Tag – in jeder Hinsicht.
Ralph Knebel mit interessanten Insights in seine Philosophie, seine Ambitionen und was ihn jeden Tag antreibt.
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